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Lebendige Krippe
Sa., 19. Dez 2020
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Vorsitzende des Vereins:

  1952 - 1953 Otto Süß
  1953 - 1954 Edmund Wohlmann
  1954 - 1955 Theodor Heuß
  1955 - 1957 August Hartlaub
  1957 - 1962 Josef Gies
  1962 - 1963 Josef Faht
  1963 - 1982 Hilmar Scholl
  1982 - 2004 Theo Wießler
  2004 - 2018 Ralf Ühlein
  2018 - 2020 Simone Wießler
  seit 2020 Tobias Wolf

 

Dirigenten des Vereins:

  1952 - 1959 Ernst Kropp
  1959 - 1967 Ernst Lindner
  1967 - 1969 Gerd Heider
  1969 - 1980 Karl Wolf
  1980 - 2002 Walter Zöller
  2002 - 2007 Wilco Grootenboer
  2008   Jürgen Spall (Interimsdirigent)
  2008 - 2011 Marcus Greim
  seit 2012 Michael Köhler

 

Am Unterlauf des Maines, eingebettet zwischen Spessart und Odenwald, liegt die ehemals selbständige Marktgemeinde Trennfurt. In diesem heutigen Stadtteil von Klingenberg mit modernen Industrieansiedlungen wurde bereits 1865 Blasmusik im Zuge der Kirchenmusik dargeboten.

Es dauerte jedoch bis 1952, als auf Initiative von mehreren Kirchenmusikern unter Vorsitz von Otto Süß der Musikverein gegründet wurde. Unter dem ersten Dirigenten Ernst Kropp musizierten 43 junge Männer, die bereits nach kurzer Zeit Erfolge auf dem Konzert- und Unterhaltungsmusiksektor aufweisen konnten. Im Jahre 1964 startete der langjährige Vorstand Hilmar Scholl eine Musikausbildungsaktion, welcher sich 24 Jugendliche anschlossen. Seither ist eine stetige Aufwärtsentwicklung des Vereins festzustellen. Zwölf Jahre wirkte in dieser Zeit Dirigent Karl Wolf.

In den 80er, 90er Jahren bis nach der Jahrtausendwende wurde der Verein im wesentlich durch 2 Namen geprägt. Theo Wießler als 1. Vorstand sowie Walter Zöller als Dirigent. Unter dessen Leitung waren die “Trennfurter Musikanten” auf den Gebieten der Konzert-, Unterhaltungs-, Tanz- und Kirchenmusik erfolgreich tätig. Man bewegte sich dabei auf dem Niveau der Mittel- und Oberstufe und interpretierte die herkömmliche Blasmusik als auch den modernen Big-Band-Sound.

Im Jahre 2012 werden über 240 Mitglieder vom Aktiven Ralf Ühlein als 1. Vorstand geführt. Als Dirigent schwingt nun Michael Köhler den Taktstock, unter dessen Leitung das "Große Trennfurter Blasorchester" auf den Gebieten der Konzert-, Unterhaltungs- und Kirchenmusik erfolgreich tätig ist. Die recht junge Kapelle mit einem Durchschnittsalter 22 Jahren bewegt sich dabei auf dem Niveau der oberen Mittelstufe und interpretiert die herkömmliche Blasmusik sowie anspruchsvolle Orchestermusik bis hin zum modernen Big-Band-Sound.

Detaillierte Berichte:

Nach dem 25 jährigen Gründungsfest des MVT gingen die Musikanten ideell und finanziell gestärkt in die nächste Periode ihres Wirkens. Eine bedeutende Entscheidung des Vereins für die geldliche Zukunft war die Anlage des Festgewinnes in ein eigenes Festzelt. Unter der Federführung des damaligen 1. Vorsitzenden Hilmar Scholl wurde der heutige Kernteil der Zeltkonstruktion gekauft und hat sich bis dato mit all seinen Anbauten bestens bewährt. Waren früher die Gartenfeste ein Vabanquespiel mit dem Wetter, so hatte man sich jetzt eine Basis geschaffen, um die vielfältigen Aufgaben des Vereins finanziell besser planen zu können.

In dieser Zeit wurden auch in Zusammenarbeit von H. Scholl und W. Zöller die Weichen für eine moderne Vereinsführung gestellt. Es wurde eine aktuelle Satzung erarbeitet und 1980 damit die Gemeinnützigkeit des Vereins erworben. Gleichzeitig wurde der Verein in diesem Jahr beim Registergericht als eingetragener Verein (e. V. ) registriert.    

Generell war das Jahr 1980 für den Musikverein ein richtungsweisendes Jahr. Längst waren jugendliche Musiker in die Bewältigung der Vereinsaufgaben integriert, wogegen sich diese Musikerfraktion in der Darstellung des Vereins noch nicht abgebildet sah. Mit der Generalversammlung in diesem Jahr hat jedoch der Strukturwandel zum heutigen MVT begonnen. Am 25. Juli 1980 hat Walter Zöller den Dirigentenstab von Karl Wolf übernommen und am 29. Januar 1982 folgte Theo Wießler dem heutigen Ehrenvorsitzenden Hilmar Scholl als 1. Vorsitzender. Wießler und Zöller sind die beiden Führungspersonen, welche den Verein nunmehr seit über 20 Jahren erfolgreich führen und zu dem hin entwickelt haben, was man nach Außen präsentieren kann.    

Um die Kapelle zu verstärken wurde die Jugendausbildung intensiviert. Ziel war es, an möglichst vielen Registern mit eigenen Musikern die Ausbildung zu betreiben. Für das hohe Blech haben sich dabei Theo Wießler und Walter Zöller bereitgestellt und in wöchentlichen Unterrichtsstunden den vielen Auszubildenden die Grundlagen der Blasmusik beigebracht. Im Holzsatz hatte unser ehemaliger Dirigent Karl Wolf und später Jürgen Spall diese Aufgabe übernommen. Im tiefen Blech taten sich Hilmar Scholl und unser ehemaliger Aktiver Hubert Haydn hervor. Dass man dabei auch viele Talente kommen und gehen sah, ist natürlich. Ziel der Ausbildungsmaßnahmen war es, die Jungmusiker zum Ablegen der Leistungsprüfungen D1 (Bronze) bis D3 (Gold) zu entwickeln. Diese Maßnahmen wurden zusammen mit dem damaligen Musikverband Untermain und dem Nordbayerischen Musikbund durchgeführt. Über diese Schiene haben wir uns Jugendliche herangezogen, welche auch zukünftig die Ausbildung beim MVT sicherstellen sollen. Beispielhaft seien hier die fünf Goldleistungsträger unseres Vereins aufgeführt, welche zwischenzeitlich teilweise die Musik als Beruf ausüben:

  • Robert Bartolie (Klarinette)
  • Karin Amrhein (Klarinette)
  • Tim Zöller (Trompete)
  • Anke Zöller (Klarinette)
  • Dominik Giegerich (Euphonium)

Ein weiterer Schwerpunkt in der musikalischen Ausbildung haben wir mit dem „Spiel in kleinen Gruppen“ oder dem Solospiel gesetzt. Gefördert wird hierbei die eigene Verantwortung für eine Stimme und die Fähigkeit, das Instument mit einer reinen Intonation zu beherrschen. Immer wieder haben sich dabei Holz- wie auch Blechbläserensembles des Musikvereins in und um Trennfurt bewährt und auszeichnen können.  

Mehrmals beteiligten sich die Gruppen der Kapelle an den Wettbewerben zum Jugendkulturpreis des Landkreises Miltenberg sowie „Solo/Duo-Wettbwerb“ oder „Spiel in kleinen Gruppen (3-15 Bläser)“ des Bayerischen Blasmusikverbandes.

Herausragende Erfolge:

Jugendkulturpreis des Landkreises Miltenberg

  • 1980   Doppelquartett - Ehrenmünze
  • 1996   Klarinetten-Trio (K. Steffan, S. Wießler, A. Zöller) - Ehrenmünze
  • 2000   Klarinetten-Trio (K. Steffan, S. Wießler, A. Zöller) - 2. Preis

Solo/Duo-Wettbewerb und Spiel in kleinen Gruppen des Bayerischen Blasmusikverbandes

  • 1999    Klarinetten-Duo (K. Steffan, A. Zöller) - Landesentscheid - 1.Rang mit Auszeichnung in Ingolstadt
  • 2000   Klarinetten-Trio (K. Steffan, S. Wießler, A. Zöller) - Landesentscheid - 1.Rang mit Auszeichnung in Bamberg
  • 2002   Klarinetten-Duo (F. Rohleder, K. Ühlein)

Neben der Einzelausbildung werden die Jugendlichen auch in einer separaten Jugend-Musikprobe am Freitagabend um 19.00 Uhr an das Programm der Aktivenkapelle herangeführt. Stets war es in Trennfurt Tradition gewesen, die drei Blasmusikzweige der Kirchen-, Unterhaltungs- und Konzertmusik zu bespielen. Um dabei immer wieder den musikalischen Standort zu bestimmen, ist es Ziel unseres Dirigenten Walter Zöller in regelmäßigen Abschnitten sich einem Wertungsspiel zu stellen. Sowohl innerhalb des Musikverbandes Untermain, des Nordbayerischen Musikbundes und zuletzt auch des Bundes Deutscher Blasmusikverbände stellte man sich dem Wertungsgericht und erzielte dabei folgende Ergebnisse:  

  • 1977                Wertungsspiel in Trennfurt - 1. Rang
  • 1979                Musikantenwettstreit in Mönchberg - 3. Rang
  • 1981                Bezirksmusikfest in Mömmlingen - 1. Rang
  • 1984                Wertungsspiel in Eisenbach - 1. Rang mit Belobigung
  • 1985                Wertungsspiel in Erlenbach - 1. Rang mit Belobigung
  • 1987                Wertungsspiel in Großheubach - 1. Rang mit Belobigung
  • 1995                Wertungsspiel in Großheubach - 1. Rang mit Belobigung
  • 1997                Bezirksmusikfest in Wildflecken - 1. Rang
  • 1998                Bezirksmusikfest in Sulzbach - 1. Rang mit Belobigung
  • 2000                Bezirksmusikfest in Rannungen - Sehr gut
  • 2001                Deutsches Musikfest in Friedrichshafen - Sehr gut

Basierend auf derart erreichtem war es natürlich selbstverständlich, alljährliche Konzerte oder Volksmusikveranstaltungen abzuhalten. Das jeweilige Frühjahrskonzert, die Volksmusikabende mit vielen interessanten kleineren Musikgruppen bis zu Sepp und Lois aus dem Bayerischen Wald haben das Trennfurter Publikum stets bestens unterhalten. In diesem Zusammenhang sind auch die beiden Großkonzerte in Verbindung mit der Stadt Klingenberg in der Dreifach-Turnhalle zu nennen. Die drei Musikkapellen aus Klingenberg, Röllfeld und Trennfurt haben dabei gemeinsam 1989 und 1995 vor jeweils ca. 500 Zuhörern zugunsten der Lebenshilfe aufgespielt.

Um die vielfältigen musikalischen Aufgaben bewältigen zu können, bedarf es natürlich auch einer finanziellen Ausstattung. Diese verschafft sich der Verein durch das alljährlich am zweiten Juli-Wochenende stattfindende Musikwerbefest auf den Obstbaumwiesen am Ende der Ankergasse. Im örtlichen Sprachgebrauch ist dieses am gesamten Untermain bekannte Blasmusikerlebnis auch bekannt unter dem Namen „Gartenfest“. Hierbei stehen jeweils die gesamte Musikerschar, passiven Mitglieder und weitere Freunde des Vereins in jedem Jahr zusammen und organisieren für drei Tage ein Fest unter dem Motto „Gut Essen, Trinken und Blasmusikhören“. Der MVT wird dabei von befreundeten Musikkapellen besucht, welche ein abwechslungsreiches Blasmusikrepertoire darbieten. In den letzten Jahren hat sich noch ein allseits beliebtes Traktoren- und Oldtimer-Treffen dazugesellt, welches beim Publikum sehr beliebt ist.  

Hinsichtlich der unterhaltenden Musik haben die Trennfurter Musikanten schon lange Zeit einen guten Namen. Mit einem Repertoire von Ernst Mosch bis zu James Last, von der traditionellen Polka und dem Walzer bis zum modernen Big Band Sound kann die Musikgruppe mit allen Melodien für Stimmung sorgen. Seien es die traditionellen Musikfeste im Umkreis, das Winzerfest in Klingenberg oder auch andere Veranstaltungen im Landkreis und nahen Umland, die Trennfurter waren schon in vielen Ortschaften musikalisch tätig. Dazu kam noch, dass man in den Jahren 1978 – 1992 eine begehrte Sitzungskapelle war. Vorrangig in der Trennfurter Narrhalla war man zu Hause aber auch in Obernburg war man eine gerne gehörte Kapelle.  

Die bauliche Bewältigung derartiger Veranstaltungen obliegt der Organisation unseres Bauausschusses im Verein. Das Team um den zweiten Vorsitzenden Elmar Ühlein mit seinen Mitstreitern Albin Faht, Norbert Strobel, Axel Ühlein und Ernst, Reiner und Udo Zöller, welche hier beispielhaft erwähnt sind, schafft es immer wieder, die unterschiedlichsten baulichen Herausforderungen zu erledigen. Sie führen damit die Arbeiten in dem Stile fort, wie sie das allzeit agile Vorstandsmitglied Eugen Zöller in den 60er und 70er Jahren begonnen hatte.  

Auf diese Einheit und die gesamte Musikertruppe kann der Verein stolz sein, wenn man auf die Erbauung des Proberaumes zurückblickt. Nachdem man seit den siebziger Jahren im Filmsaal der Dr.-Konrad-Wiegand-Hauptschule proben konnte, wurde für uns die Benutzung dieses Raumes aufgrund des Umbaues zur Schulküche ab 1986 unmöglich. Seitens der Stadtverwaltung wurde uns nur die Möglichkeit auf dem Schulhausflur angeboten. Dieser Probeort war natürlich völlig ungeeignet. Sowohl von der Akustik her als auch wegen der Zugluft blieben immer mehr Musiker der Probe fern. Der Verein mußte handeln. Offensichtlich hat auch die Demonstration während des Faschingsumzuges 1988 in Trennfurt einen Teil dazu beigetragen, dass schon bald der Umbau des Kellerraumes im alten Schultrakt begonnen werden konnte. Ohne Blasmusik, aber bestückt mit knatternden Rasenmähern und Ballspiel in die Tuba als Basketballkorb, wurde auf die mißliche Situation aufmerksam gemacht. Nach völliger Entkernung des Raumes wurde über mehrere Monate hinweg an Wochenenden und Abenden der Ausbau des Raumes mit einer schalldämmenden Decke und Holzverkleidung an den Wänden gemeistert. Dank der als Schreiner ausgebildeten Musiker ist ein Musikdomizil entstanden, um welches man uns oft schon beneidet hat. Nachdem der Proberaum am 27. Mai 1989 von den Pfarrern Schwarzkopf und Amarell eingeweiht wurde, ist in dieser Atmosphäre es sowohl für die Aktiven wie auch Jugendlichen möglich, ein konstruktives Musikumfeld zu bilden.  

Neben der Musik verstehen sich die Trennfurter Musikanten auch noch außermusikalisch zu betätigen. In Form von Gemeinschaftserlebnissen wird das Wir-Gefühl gestärkt. Am spannendsten und interessantesten sind dabei die im zweijährigen Rhythmus stattfindenden Ausflüge an Pfingsten, welche uns schon des öfteren zu den unterschiedlichsten Zielen in Süddeutschland, Österreich und Italien geführt haben. Eschlkam, Bad Goisern, Innichen, Inzell,St. Johann, Hindelang usw. sind Stationen, an denen sich die Trennfurter sehen und hören lassen konnten, wie auch wohlfühlten. Zeltlager und Grillfeste an der Schutzhütte oder Fischessen, spendiert vom ehemaligen Musikkollegen Manfred Jagomast, sind weitere Highlights in dieser Veranstaltungskette. Auch sportlich hatte man sich früher betätigt und dazu sehr erfolgreich. Wer erinnert sich nicht an das Fußball-Ortsmeisterschafts-Endspiel von 1992, als wir mit unserer eigenen Blasmusik einzogen, mit Karin Amrhein eine Frauenspielerin dabei hatten und zuletzt als der strahlende Sieger vom Platz gingen.            

Hoffen wir, dass all diese Tätigkeiten und Gegebenheiten es auch in der Zukunft erlauben, mit einer schlagkräftigen Mannschaft im Stadtteil Trennfurt Blasmusik auf gehobenem Niveau bieten zu können.  

 

Walter Zöller 

Es ist ist eine sehr akribische Aufgabe, die Historie der Blasmusik in Trennfurt zu ergründen.

Bei den Unterlagen der ehemaligen Gemeinde Trennfurt, später Stadt Klingenberg, war das Ergebnis niederschmetternd. Wesentlich besser war das Pfarrarchiv der Pfarrei Trennfurt, aus dem die meisten Daten entnommen werden konnten, die in mühevoller Kleinarbeit zusammengetragen wurden.

Aus dem Jahre 1864 wurde ein Vertrag gefunden, abgeschlossen zwischen der Kirchengemeinde St. Maria Magdalena und der Marktgemeinde Trennfurt, über die Beschaffung von Noten und Musikinstrumenten für die Kirchenmusik, genehmigt vom Landratsamt Obernburg. Mit diesem Schriftstück konnte der Beginn der Blasmusik in Trennfurt dokumentiert werden, was im Jahre 2002 zur Auszeichnung mit der PRO MUSICA-Plakette für über 100 Jahre Blasmusik führte.

In einer alten Kirchenrechnung aus dem Jahre 1886 stehen Ausgaben für Reparaturen an Blasinstrumenten. Ab 1890 erscheint dann jedes Jahr bis 1919 der konstante Betrag von 25,71 RM für Kirchenmusik. 1920 brachte eine Lehrerin einen Satz Noten vom Musikverlag Baunach aus Würzburg mit, die bis 1954 benutzt wurden.

Aus dem Jahre 1921 konnte aus Privatbesitz ein altes Foto ausgegraben werden, das die damaligen Akteure zeigt.

 

Trennfurter Blasmusik
 
 

Es sind Emil Wöber, Anton Reinhard, Hugo Kuhn, Karl Wöber, Fritz Wolf, Otto Wöber und ein weiterer Musiker zu sehen, dessen Name nicht ausfindig zu machen war. Ab 1920 hat dann die politische Gemeinde die jährliche Entschädigung für die Kirchenmusik übernommen. Bei dieser Auflistung sind noch zwei Familien zu erwähnen, wovon besonders die erstere für die Ausbildung der Musiker und überhaupt für die Entwicklung der Musik in Trennfurt zuständig war: Anton Reinhard und sein Sohn Eduard sowie Hugo Kuhn, ein ehemaliger Militärmusiker.

Selbst in den Jahren des zweiten Weltkrieges wurden die Prozessionen stets von der Blasmusik begleitet. Die Nachbargemeinden haben sich gegenseitig ausgeholfen. In den dreißiger Jahren kamen neue Namen dazu. Die Alten hatten aufgehört oder waren verstorben. Die Kirchenmusik war bis in die Gründungsjahre des Musikvereins mit folgenden Bläsern besetzt: Eduard Reinhard, Florian Reinhard, Karl Berres, Karl Elbert, Karl Ludwig Ühlein, Burkard Berninger, Julius Wetzel, Ewald Rohleder und Otto Abb II. Vier der vorgenannten Personen musizierten noch einige Jahre in der neuen Kapelle mit.

In Bezug auf die Kirchenmusik gilt noch zu erwähnen, dass die heutige Prozession an Christi Himmelfahrt die damalige Urbanusprozession ersetzt. In Trennfurt wurde bis zur Jahrhundertwende 1900 sehr viel Wein angebaut. Sie wurde nachmittags abgehalten und führte über den 1. Wengertsweg Richtung Laudenbach bis zum Beginn des Waldes und von dort in einer Rutsche zur jetzigen B 469, die damals nur geschottert war. Kein Wunder, dass man schon damals sehr inbrünstig das Marienlied mit dem Schlusssatz „Maria, hilf uns all, in diesem Jammertal“ geblasen und gesungen hat.

Mit dem Jahre 1952 ging eine Ära zu Ende, die für die Musik zwar oft beschwerlich, aber etwas gemütlicher war. Trotzdem erforderten die alltäglichen Rahmenbedingungen viel Idealismus.

 

Hilmar Scholl

Im Gasthaus von Karl Elbert trafen sich im Jahre 1952 immer wieder eine Handvoll Männer, bei denen der Gedanken gereift war, eine Musikkapelle zu gründen.

Es waren dies Karl Elbert, Eduard Reinhard und Otto Süß, zu denen sich noch Burkard Berninger gesellte.

Es ging immer um das gleiche Thema. Man überlegte hin und her und kam zu dem Resultat, dass so etwas nur auf Vereins-Basis geschehen könne.

Gesagt – getan. Man ging ans Werk. Es wurden junge Männer angesprochen, die dafür geeignet erschienen und so hatte man bald eine Gruppe von 40 Personen beisammen, die bereit waren, nach des Tages Lasten am Abend noch Musik zu lernen – Notenlesen und ein Blasinstrument zu spielen.

So traf man sich am 24.09.1952 bei Karl Elbert im Gasthaus „Maintal“ zur Gründungsversammlung. Gewählt wurden: 1. Vorsitzender Otto Süß, 2. Vorsitzender Theodor Heuß, Kassier Jürgen Schundermann, Schriftführer Adolf Wöber. Es gelang ihnen, als Dirigenten Ernst Kropp, einen ehemaligen Berufsmusiker des Karlsbader Kurorchesters, zu gewinnen.

Für die Ausbildung der Klarinetten sorgte Eduard Haderer, für die Posaunen war Burkard Berninger zuständig. Es entwickelte sich ein eifriges Üben, das in den Abendstunden im ganzen Ort zu hören war.

Am 16.10.1952 war bereits der erste Auftritt am Totensonntag. Das Stück hieß „Ich hatt’ einen Kameraden“. Bei der Christmette wurde zum ersten Mal in der Kirche gespielt.

Werbekonzerte, bestritten durch die Stadtkapelle Miltenberg, wurden veranstaltet. Der erste Auftritt außerhalb unserer Gemeinde erfolgte 1953 beim Kreismusikfest in Wenschdorf, wo der Musikverein einschließlich -kapelle mit 120 Personen vertreten war. 1954 konnte zum ersten Mal ein Teil der musikalischen Ausgestaltung des Jubiläumsfestes des Gesangvereins übernommen werden. Zum Fest in Rüdenau fuhr man mit einem Pferdefuhrwerk – ein originelles Beförderungsmittel.

Im Herbst 1954 konnte das erste Konzert unter Ernst Kropp ohne Aushilfen veranstaltet werden. Die Werbekonzerte und die Besuche unserer Nachbarvereine bildeten einen festen Bestandteil des Jahresprogramms. Um die Geselligkeit zu pflegen fand ein erster Ausflug in den Odenwald statt.

Ernst Kropp trat am 01.05.1956 als Dirigent zurück und Ernst Lindner kam an seiner Stelle. Im Jahre 1958 konnte die musikalische Gestaltung des Gauturnfestes in Trennfurt übernommen werden. Die Kapelle schrumpfte immer mehr zusammen und ohne Aushilfen ging es nicht mehr. Bis 1963 waren sechs verschiedene Vorstände am Werk. Das konnte so nicht weitergehen.

Bei der Generalversammlung nahmen dann die aktiven Musiker die Verantwortung selbst in die Hand. Es wurden gewählt: 1. Vorsitzender Hilmar Scholl, 2. Vorsitzender Josef Faht, Kassier Karl Wolf, Schriftführer Heinz Wöber. Diese Leute machten sich an die Arbeit um das Schiff „Musikverein“ wieder flottzumachen. Es wurden junge Menschen gewonnen, ein Instrument zu erlernen. Die Geselligkeit wurde gepflegt. Im Jahre 1965 übernahm Gerhard Hayder den Dirigentenstab. Das Feuerwehrfest konnte bereits mit Hilfe der Nachwuchsmusiker bestritten werden – ein erster Erfolg.

Da in der Kasse meist Ebbe herrschte, veranstaltete man ein Sommernachtsfest im Schwimmbadgelände. Trotz kühler Witterung blieben 55,00 DM übrig. Der Festanfang war gemacht. Da ja auch der äußeren Erscheinung Rechnung getragen werden musste, beschaffte man die ersten Wappen für einheitliche Westen. Auch neue Hosen standen auf der Anschaffungsliste.

Im Jahre 1968 übernahm Ernst Kropp noch einmal den Taktstock, um ihn dann am 07.06.1969 endgültig an Karl Wolf abzugeben. Im gleichen Jahr konnte auch der musikalische Teil des 90jährigen Feuerwehrfestes bestritten werden. Im August fand zum ersten Mal das nun schon zur Tradition gewordene Gartenfest auf dem heutigen Festplatz an der Ankergasse statt. Es war eine gelungene Veranstaltung.

Als feste Termine für die Kirche wurden, außer den Prozessionen, der „Weiße Sonntag“, das Christkönigsfest und die Christmette festgelegt.

1970 begleitete man zum ersten Mal den Kreiskarnevalszug musikalisch. Auch unser Ballett war dabei. Im Jahr 1972 wagte man zum ersten Mal einen dreitägigen Ausflug in den Bayrischen Wald nach Eschlkam. Dort wurde ein Festgottesdienst mitgestaltet. Außerdem fand ein Standkonzert statt. Pfarrer und Bevölkerung waren begeistert.

Das 20jährige Jubiläum begann mit einem Gemeinschaftskonzert der beiden Musikvereine von Trennfurt und Klingenberg im Pfarrheim und endete mit dem Gartenfest. Zahlreiche Vereine wurden besucht.

Der Pfingstausflug 1973 führte diesmal nach Gondershausen im Hunsrück, zu unserem ehemaligen Flügelhornisten Wolfgang Wöber. Dort wurde auch der Festgottesdienst mitgestaltet. Beim Festbesuch in Elsenfeld haben wir auch am Marschmusikwettbewerb teilgenommen.

Der Rosenmontagsball, das Gartenfest, ein bayrischer Bierabend sowie der zweite Ausflug in den Bayrischen Wald nach Eschlkam waren die Höhepunkte 1974. Dass es bei den Ausflügen auch sehr lustig zuging, beweist folgende Begebenheit: Am Abend des Ankunftstages wurde mit der dortigen Bevölkerung tüchtig gefeiert. Zu vorgerückter Stunde wurde in der Garderobe des Lokals ein kleiner Musiker abgegeben. Man hatte ihn im Straßengraben gefunden und am Abzeichen seiner Weste erkannt, wo er hingehörte.

Das Jahr 1975 begann mit einem Paukenschlag. Am 05.01. fand das Weihnachtskonzert zusammen mit dem „Gemischten Chor“ aus Laudenbach statt. Eine ausgezeichnete Kritik schloss sich an. Nach dem Kirchenbrand übernahm der Musikverein anstelle der Orgel die musikalische Umrahmung der Gottesdienste im Pfarrheim.

Für 1976 war ein großer Ausflug in die Berge mit Stützpunkt Murnau geplant. Nachdem die Vorbesprechungen gut gelaufen waren, wurde die musikalische Gestaltung des Festgottesdienste im ehemaligen Augustinerchorherrenstift zu Rottenbuch übernommen. Hierfür erntete der Musikverein ein dickes Lob. Schloss Linderhof, der Eibsee, Oberammergau, Mittenwald und München bei der Rückreise waren die weiteren Stationen des Ausfluges.

Im Dezember war der Musikverein wieder gefordert. Da die neue Orgel noch nicht fertig war, umrahmte man musikalisch das Pontifikalamt mit Altarweihe durch Bischof Josef Stangl.

Das Jubiläumsjahr 1977: „25 Jahre Musikverein“

Die Vorbereitungen liefen bereits im Januar an. Am 17.06. begannen die Feierlichkeiten mit dem Ehrennachmittag, bei dem 46 Gründungsmitglieder wurden. Auf dem Gelände des Schwimmbades hatte man ein geräumiges Festzelt aufgestellt. Am Sonntag feierte Herr Pfarrer Helfrich einen Festgottesdienst im Zelt, der von der Musikkapelle mitgestaltet wurde. Am Nachmittag fand ein Festzug durch unser Dorf statt. Festpräsident war Dr. Ackermann und Schirmherrin Frau Ursula Wiegand. Mit einem Tanzabend klang am Montag das Fest aus. Die Veranstalter konnten auf ein gelungenes Fest zurückblicken, das sich auch finanziell gelohnt hatte.

Die Kapelle verfügte nun wieder über 30 aktive Musiker welche mit den Musikprogrammen das Kulturgeschehen im Ort aktiv beeinflußte.  

 

Hilmar Scholl