Bauprojekt: Geplantes Domizil soll oberhalb des Sportplatzes entstehen - Geschätzte Gesamtkosten: 558 500 Euro

 

 

Klingenberg-Trennfurt. Das neue Musikerheim soll oberhalb des Sportplatzes gebaut werden. Dies beschlossen die 90 anwesenden Mitglieder des Trennfurter Musikvereins am Freitag im Pfarrheim mit nur einer Gegenstimme und vier Enthaltungen. Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 558 500 Euro, von denen etwa 200 000 Euro durch Eigenleistungen und Spenden aufgebracht werden sollen.

 

 

Als historisches Projekt bezeichnete Walter Zöller, Leiter des Bauausschusses, das Vorhaben des Vereins. In seinem Rückblick verwies er darauf, dass die Sängervereinigung im neuen Musikerheim als Untermieter mit einzuziehen wolle. Der Stadtrat habe zugestimmt, das benötigte Grundstück im Erbbaurecht nutzen zu können. Der Raumbedarf sei optimiert, Planung und Finanzierung, seien geprüft.

 

Musikverein Trennfurt Probeheim Probehaus Neubau

Das neue Vereinsheim der Trennfurter Musiker soll oberhalb des
Sportplatzes entstehen. Geschätzte Kosten: 560 000 Euro.
Repro: Ralf Hettler

 

Viel Platz für die Proben

Helmut Stahl stellte die Baupläne vor. In dem eingeschossigen Gebäude mit ausgebautem Satteldach sollen neben dem rund 120 Quadratmeter großen Proberaum als Herzstück unter anderem Unterrichts- und Lagerräume sowie ein Besprechungszimmer untergebracht werden. Auf die einzelnen Gewerke ging Tobias Wolf ein. Die reinen Baukosten bezifferte er mit 488 500 Euro. In ihnen seien knapp 220 000 Euro Lohnkosten enthalten, die durch Eigenleistungen der Mitglieder auf etwa 39 000 Euro gesenkt werden könnten. Die Bausumme würde sich damit auf 307 500 Euro reduzieren.

Thomas Ühlein beleuchtete die Finanzierbarkeit des Projekts. In den Gesamtkosten von 558 500 Euro seien Außenanlage, Inventar und Baunebenkosten enthalten. An Eigenkapital stünden 50 000 Euro zur Verfügung, 55 850 Euro schieße die Stadt Klingenberg und 40 000 Euro der Bayerische Kulturfonds zu. Bei einer Eigenleistung der Mitglieder im Wert von 180 000 Euro und gut 20 000 Euro an Spenden bleibe eine Finanzierungslücke von 212 650 Euro, die durch eine Darlehnsaufnahme von 200 000 Euro geschlossen werden soll. Unterm Strich betrage die monatliche Belastung für den Verein 503 Euro, so Ühlein.

 

Bei der Diskussion kam Skepsis auf, ob die eingeplante Eigenleistung zu bewältigen sei. Doch hier zeigten sich nicht nur die Bauausschussmitglieder, sondern auch die meisten Vereinsmitglieder zuversichtlich. Für die Mitglieder bedeute der Neubau »Ärmel hochkrempeln«, betonte Walter Zöller. Bürgermeister Reinhard Simon lobte das vorgelegte Konzept. Der Vereinszuschuss in Höhe von zehn Prozent durch die Stadt müsse vom Stadtrat aber noch beschlossen und vom Landratsamt genehmigt werden. Sofern die eingeplanten Zuschüsse von Stadt und Kulturfonds genehmigt werden, sollen die Baupläne umgehend zur Genehmigung bei der Stadt eingereicht werden. Baubeginn soll im September 2012, der Einzugstermin Ende 2014 sein.

 

Ralf Hettler

Main-Echo, 27.09.2011