Neuer Proberaum: Die Trennfurter Musiker möchten bauen und erhalten ein Grundstück - Genauer Standort wird noch bestimmt


Klingenberg. Alle wollen helfen! Die Trennfurter Musiker rannten bei den Stadträten mit ihrem Ständchen zum Sitzungsbeginn am Dienstag offene Türen ein: Ihr Wunsch nach einem Grundstück für ein eigenes Heim wird in Erfüllung gehen. Der genaue Standort im Bereich Schule/Turnhalle muss noch festgelegt werden.

 

Früher konnte der Musikverein Trennfurt im Schulgebäude proben. Weil dort die Baumaßnahmen laufen, ist das nicht mehr möglich. Seit Juli 2010 wird ihm in der ehemaligen alten Turnhalle ein Obdach gewährt, doch ein Dauerzustand kann das nicht sein: Die Vereinsführung verweist darauf, dass im Winter in der ungedämmten Halle (Baujahr 1930) die Heizkosten enorm hoch sind und die Musiker trotzdem oft genug frieren mussten. So manche Übungseinheit fiel aus.

 

Musikverein Trennfurt Stadtrat Klingenberg Motivationskonzert Barbara Schmidt

Mit klingenden Argumenten und Plakaten machen die Trennfurter Musiker
zu Beginn der Stadtratssitzung am Dienstag auf ihr Anliegen aufmerksam: Sie wünschen
sich einen Platz, wo sie einen Proberaum bauen können. Foto: Barbara Schmidt

Viele Bedenken

Gegen den Vorschlag der Stadt, ins Dachgeschoss des alten Rathauses in Trennfurt umzuziehen, spreche vieles: ungenügende Grundfläche, niedrige Deckenhöhe, Kamineinbauten versperren den Sichtkontakt, Lage mitten im Ort könnte zu Lärmbelästigungen der Nachbarn führen. Es reifte der Plan, ein eigenes Heim zu bauen, das dann auch - so ist es vereinbart - die Trennfurter Sänger nutzen könnten. Der Musikverein beantragte bei der Stadt, ihm in Erbbaupacht ein 30 mal 40 Meter großes Grundstück zu überlassen. Dem werden die Ratsmitglieder nachkommen. Alle weiteren Schritte sind mit der Stadt abzusprechen.

 

Bolzplatz verlegen?

Das Baureferat hat einen Vorschlag erarbeitet für einen Platz zwischen Tennis- und Beachanlage nordwestlich der Dreifachhalle. Im Gremium kamen Überlegungen auf, den Bolzplatz zu verlegen und an dieser Stelle das Musikerheim errichten zu lassen; auch ein Eingriff in die Tennisflächen wurde erwogen. Gegenargumente: In beiden Fällen entstünden zusätzliche Kosten, außerdem sollte der Neubau möglichst nah an den vorhandenen Versorgungsleitungen errichtet werden. Es wird noch eine Aussprache mit der Vereinsführung geben, bevor der Stadtrat die Platzfrage endgültig entscheidet. Der Musikverein mit seinen 242 Mitgliedern nimmt sich mit dem Bau viel vor, doch die 54 Aktiven im Großen Blasorchester, die 41 Mitglieder im Jugendblasorchester sowie die 33 Jugendlichen in der Ausbildung wollen und sollen auf Dauer gute Probebedingungen haben: So hieß es in der Jahresversammlung, so stand es auch auf Plakaten, die der Musikernachwuchs beim Ständchen am Dienstag hoch hielt. Es gibt bereits eine erste Skizze für das ebenerdige Gebäude sowie einen Kostenvoranschlag.

 

Kostenpunkt: 270 000

Euro Rund 270 000 Euro teuer wird der neue Proberaum. Eigenleistung der Musiker ist im vorläufigen Finanzierungsplan mit 70 000 Euro angesetzt, Eigenkapital mit 50 000 Euro, mit einem Zuschuss der Kommune in Höhe von zehn Prozent der Baukosten wird entsprechend den Richtlinien gerechnet (die können aber nur fließen, wenn es die Haushaltslage erlaubt und das Landratsamt zustimmt, schränkte Bürgermeister Reinhard Simon ein). Bis 1. Oktober müssen die Musiker Förderung beantragen, wenn aus dem Bayerischen Kulturfonds Geld kommen soll (angesetzt: 40 000 Euro). Erhofft werden Zuschüsse von Landkreis und Bezirk sowie Spenden und Geld aus dem Verkauf von »Bausteinen«, die verbleibende Finanzierungslücke will der Verein über ein Darlehen schließen. Bis 2014, so der Zeitplan, soll der neue Proberaum fertig sein.

 

Barbara Schmidt

Main-Echo, 26.04.2011

 


 
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